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Information für Tierärtze und Physiotherapeuten

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Orthomanuelle Tierheilkunde

Orthomanipulation bei Tieren, Indikation




Geehrter Kollege, geehrte Kollegin,

Diesen Brief schreibe ich Ihnen, um Sie über folgendes zu informieren: Mehrere Male im Monat halte ich eine Sprechstunde für orthomanuelle Tierheilkunde an mehreren Orten im Lande. Die Idee hinter der Orthomanipulation ist, dass viele Bewegungsschwierigkeiten und neurologische Probleme zurückzuführen sind auf eine abweichende Wirbelposition. Beim Menschen ist der “Whiplash” sehr bekannt. Durch einen Unfall schieben zich die Wirbel über einander und bleiben aneinander hängen. Die Patienten zeigen Konzentrationsschwierigkeiten, Zittern und Stimmungsschwankungen usw. durch (gemäß der Orthomanipulation) veränderte Blutzufuhr und Überreizung des Nervensystems. Bei Tieren sind Unstabilität des hinteren Rückens und veränderte Wirbelposition im Nacken (LSO-Instabilität/bzw. Wobbler Syndrom) sehr bekannt. Korrektur der Wirbelposition beim Menschen und beim Tier bringt Linderung. Ein Beispiel ist das Wobbler Syndrom, ein neurologisches Problem, das auf einer veränderten Wirbelposition (1) basiert. Bekannt ist die Ataxie beim älteren Doberman und der Deutschen Dogge (2).
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Vor der Behandlung Unmittelbar nach der Behandlung
Aus orthomanueller Sicht besteht hier eine abweichende Wirbelposition, wobei die Rückenwirbel sich entlang der AP-Achse (anterior-posterior) ventral verschieben, verbunden mit einer leichten Granialverschiebung. Mit einem sehr einfachen Handgriff kann die abweichende Position behoben werden, eine enorme Erleichterung für Hund und Hundebesitzer.
Tieren mit Instabilität am unteren Rücken (HNP II bei LSO Instabilität) kann mit dieser Methode auch geholfen werden. Hier ist die Behandlung etwas komplizierter. Die abnormale Position des Sacrums und des letzten Lendenwirbels werden behandelt. Manchmal ist diese Instabilität verknüpft mit einem verschobenen Becken (ungleiche Position der cristae iliacae), was leicht zu korrigieren ist.
Bei einem Herniapatienten (cervical oder lumbal) muss gemäß dieser orthomanuellen Methode zunächst einmal eine Wirbelpositionskorrektur vorgenommen werden, bevor ein anderer Eingriff stattfinden kann. Selbstverständlich müssen zunächst einmal die Schmerzen auf bekannte Weise gelindert werden: “Solu-delta cortef” und/oder andere Schmerzmittel/Entzündungshemmer sollten verabreicht werden. Die Idee hinter der Korrektur der Wirbelposition ist, dass Hernia eine Folge falscher Wirbelposition und kein eigenständiges Problem ist. Also erst die Korrektur der Wirbelposition, dann erst eine eventuelle Operation (3).
Von Spondylose nimmt man auch an, dass sie eine Folge und keine Ursache ist. Spondylose soll kein Entzündungsprozess sein, gepaart mit einer Degeneration der annulus fibrosis der Zwischenwirbelscheibe (intervertebrale disc). Knochenspuren und –verbindungen in den intervertebralen Zwischenräumen sind typisch (4). Er ist möglich, dass die Degeneration zwischen den Wirbeln eine Schwächung und Instabilität zur Folge hat. Der Körper versucht, die Wirbelsäule zu stabiliseren durch das Formen von Verbindungen. Verbesserung der abnormalen Position und des allgemeinen Gesundheitszustandes des Tieres bedingt wahrscheinlich längerfristig das Verschwinden der Zwischenstücke. Diese Annahme scheint plausibel, muss jedoch noch radiologisch bestätigt werden.
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Vor der Behandlung
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Nach der Behandlung, ein Jahr später
Diese Methode, neu für uns, jedoch nicht ganz unbekannt, ist sehr plausibel und sicher attraktiv. Die Folgen der Behandlung sind sehr positiv. Folgende Gründe sprechen für eine Überweisung:

- Tiere, die unbeweglich sind und Schwierigkeiten beim Aufstehen haben.
- Tiere, die Probleme haben, ins Auto zu springen.
- Tiere, die schon einige Zeit humpeln (Ruhe und Medikamente helfen nur unzureichend).
- Tiere, die teilweise lahm sind, stolpern über ihre Vorder- oder Hinterpfoten.
- Tiere, die Hernia haben oder hatten.
- Bei auffälligem Verhalten: Unruhe, Angst oder Aggressivität.

Eine schnelle Überweisung ist ratsam. Gern stehe ich Ihnen mit meiner neuen Behandlungsweise in meiner Praxis zur Verfügung. Wenn Sie kommen möchten oder mehr Information wünschen, rufen Sie an oder kommen Sie vorbei.

Mit kollegialem Gruß,
Dr. D.C. Aharon, Tierärztin

Fußnoten:
(1) Oliver and Lorenz: "Handbook of Veterinary Neurology", W.B. Saunders Company, 2nd ed. pages 180-185. 1993: "Abnormalities in the size, shape, or position of the articular processes may be present….The vertebral malformation tends to lead to malarticulation and vertebral instability." "Malformation may be a component of the "Wobbler" syndrome."
"In some cases, hyperostosis of the articular facets cause direct spinal cord compression".

(2) T.g.v. compressie van het cervicale deel van het ruggemerg ontstaan er ataxie en paresis: ernstiger ataxie posterior en wat minder opvallend ataxie en paresis anterior, beide d.m.v. zorgvuldig neurologisch onderzoek goed te diagnostiseren.

(3) Sickesz M., arts: "Mijn Rug", Ankh-Hermes bv, Deventer, 11e ed. blz. 30.

(4) Morgan J: "Spondylosis deformans in the dog".
Acta Orthop. Scand. Suppl. 96: 1-88, 1967.

UP


Orthomanipulation bei Tieren, Indikation

Orthomanipulation wurde entwickelt, um Wirbel und Gelenke zu richten. Die Grundlage für Human-orthomanuelle Heilkunde wurde von Frau Dr. Med. M. Sickesz entwickelt. Frau Sickesz stellte 1965 fest, dass Beschwerden beim Bewegungsablauf an sehr kleinen korrigierbaren Abweichungen am Becken und an der Wirbelsäule liegen. So entwickelte sie eine Methode zur erfolgreichen Behandlung von Abweichungen und Beschwerden. In den Jahren 2000/2001 bildete Frau Dr. Sickesz mich in der Orthomanipulation bei Tieren aus.
Schmerzen im Nacken, im Rücken und an den Vorder- und Hinterpfoten kommen bei Tieren oft vor. Schmerzen, Humpeln, Lähmungserscheinungen, Beschwerden beim Aufstehen, Treppensteigen und Springen (z.B. ins Auto) sind u.a. zurück zu führen auf eine abweichende Position von Wirbeln und Gelenken. Bei solch einer abnormalen Position wird das Nervensystem am schrägen Wirbel (oder am schiefen Gelenk) stimuliert, was Schmerzen und Funktionseinbuße verursacht. Abweichendes Verhalten wie Angst, Unruhe und Aggressivität kann manchmal auf falsche Wirbelposition zurückgeführt werden.
Ziel der Behandlung ist, die Positionsabweichung zu beheben, wodurch sich die Position der Wirbelsäule normalisiert und das Nervensystem seine normale Funktion wieder aufnehmen kann.
Bei Tieren genügen ein oder zwei Behandlungen oft schon. Eine Kontrolle nach 3 Monaten ist ratsam.

Folgende Gründe sprechen für eine Überweisung:
- Tiere, die steif sind und Probleme beim Aufstehen haben.
- Tiere, die Schwierigkeiten beim Springen ins Auto haben.
- Tiere, die schon einige Zeit humpeln (Ruhe und Medikamente helfen nur unzureichend)
- Tiere mit Lähmungserscheinungen, die über ihre Vorder- oder Hinterpfoten stolpern.
- Tiere, die Hernia hatten oder haben.
- Bei Verhaltensauffälligkeiten wie Unruhe, Angst oder Aggressivität.

Dr. D.C. Aharon, Tierärztin

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